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Auch dieses Jahr haben etwa 70 Pfarrer/innen und Diakone der evangelischen Kirche während des Castortransports nach Gorleben vor eineinhalb Monaten als Vermittler gearbeitet.

Jetzt haben sie einen vielseitigen Bericht vorgelegt.
20.12.10
Evangelischer Pressedienst (epd) - Landesdienst Niedersachsen-Bremen*
20.12.10
http://www.sprengel-lueneburg.de/*

Hier das Fazit ihres Berichtes:

Selig sind die die Friedfertigen. (Matthäus 5,9)

Beide, Demonstrierende und Polizei haben im Verlauf des Castorgeschehens immer wieder Wort gehalten. Es ist mehr als ein Eindruck: Eine friedliche Räumung der Sitzblockade von mehr als 3000 Menschen auf den Schienen in Harlingen wäre ohne das Zusammen-Wirken von Demonstrierenden und Polizei nicht möglich gewesen. Dieses Zusammenwirken gab es unseres Erachtens nur, weil beide Seiten zwar das Vorgehen der anderen nicht gutheißen konnten, aber respektierten. Aus diesem Respekt ist Handeln geworden.

Die Friedfertigkeit der allermeisten Demonstrierenden hat uns beeindruckt. In Harlingen haben die Verantwortlichen der Polizei erstmals grundlegend festgestellt: „Das hier ist eine friedliche Demonstration!“ Die Polizei hat ihr Vorgehen im Großen und Ganzen auf diese Friedfertigkeit eingestellt, den Einsatz ihrer Zwangsmittel entsprechend begrenzt und diese Entscheidung durchgehalten. Sie hat auf Kritik von außen reagiert und sich auch selbst korrigiert.

Wir haben noch nie so viele Demonstrierende erlebt, die so lange und beharrlich für ihre Überzeugung eingetreten sind. Sie wussten, wofür sie da sind. Und wir haben noch nie so viele Polizeibeamte jeglichen Dienstgrades mit einer so hohen Zustimmung für das Anliegen des Protestes gesehen, offen reden gehört und im Gespräch mit Demonstrierenden erlebt. In unseren Beobachtungen und Gesprächen mit Beteiligten aller Seiten wurde deutlich, dass nicht nur die verfehlte Atompolitik sondern auch die bürgerferne Haltung der Regierenden sowohl Demonstrierende wie auch die Polizei in diesen Konflikt bringt und auf Kosten beider ausgetragen wird.

Erlebt haben wir Polizeibeamte und Polizeibeamtinnen, die nach 26 oder mehr Stunden Dienst ohne angemessene Pause, Schlaf und Verpflegung am Ende ihrer Kräfte waren. Neben der mangelnden Fürsorge gegenüber den Beamten sehen wir auch die Gefahren, die von Kurzschlusshandlungen von kräftemäßig vollkommen überforderten Beamten ausgehen können, wenn sie nach so langen Dienstphasen Menschen wegtragen und Versammlungen auflösen müssen. Viele der von uns beobachteten rabiaten Zugriffe haben nach unserer Einschätzung ihren Ursprung in der Erschöpfung.

Wie bereits im Bericht 2008 mussten wir wiederum einen deutlichen Unterschied zwischen Landespolizei und Bundespolizei im Umgang mit Demonstrierenden feststellen. Bei den Landespolizeieinheiten hatten wir den Eindruck, dass sie im Umgang mit unterschiedlichem Verhalten Demonstrierender nicht nur geübter sind und damit angemessener umgehen können, sondern sich auch als rechtsstaatliche Begleiter des Demonstrationsrechtes verstehen. Bei den Bundespolizeieinheiten hatten wir den Eindruck, dass sie vor allen Dingen auftragsfokussiert auf die Einbringung der Castoren gerichtet sind, die ihnen anvertraute Strecke verteidigend handeln und allein dadurch der Demonstrierende ihnen zum Gegner gerät, ob sie wollen oder nicht.

Als Seelsorger haben wir in diesem Jahr besondere Zustimmung erlebt. Viele haben es uns gegenüber ausdrücklich begrüßt, dass die Kirchengemeinde Gartow, unterstützt durch den Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg und die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, gegen die Wiederaufnahme der Erkundung nach Bergrecht ohne Alternativstandortsuche und ohne Bürgerbeteiligung Klage eingereicht hat. Unsere Position als Kirche drückt die „ungehaltene Rede“ des Landessuperintendenten und Bischofsvikars Hans-Hermann Jantzen aus.1

1 Diese Rede ist auf Seite 27 der Berichte abgedruckt. Weitere Stellungnahmen kirchlicher Gremien sind im Internet über

www.kirchenkreis-luechow-dannenberg.de* unter der Rubrik „Nachrichten“ zu finden.

Viele Menschen haben uns gesagt: „Gut, dass ihr da seid!“ Wir haben wiederum den Eindruck, dass die bloße Anwesenheit der Seelsorger in den weißen Westen schon Gewalt zu verhindern hilft und einen menschlicheren Umgang miteinander befördert.

Aber: Wir können nur berichten, was wir gesehen haben.

Andere berichten uns auch von härterem Zugreifen der Polizei (eine große Zahl an Verletzten, gewalttätige Übergriffe auf friedliche Demonstrierende, Verstöße gegen Menschenrechte). Wir fragen uns: Unterscheidet sich das Verhalten, wenn wir als Seelsorger in den weißen Westen erkennbar vor Ort sind, von dem Verhalten, wenn wir nicht anwesend sind?

gezeichnet Superintendent Propst Stephan Wichert-von Holten

für die beteiligten Seelsorgerinnen und Seelsorger

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 ...eine hochinteressante Vision*:

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